Studium

Lehr- und Forschungsprofil des Seminars für Nahoststudien an der Universität Basel

Die Basler Islamwissenschaft konzentriert sich vor allem auf die Erforschung der osmanischen und "postosmanischen" Welten, also im weiteren Sinne auf den östlichen Mittelmeerraum in der Neuzeit und Gegenwart. Ein Beispiel für die Forschungsagenda des Seminars für Nahoststudien ist das Thema "Islam in Südosteuropa": Durch die Perspektive eines Beitritts südosteuropäischer Länder mit muslimischen Bevölkerungen zur Europäischen Union wird in Zukunft der Islam in Südosteuropa mehr Aufmerksamkeit erlangen. Ohnehin stammt ein grosser Teil der in der Schweiz lebenden Musliminnen und Muslime aus südosteuropäischen Ländern. Das Seminar für Nahoststudien ist in zahlreiche Arbeitskontexte der Universität Basel, wie den "Kulturellen Topographien" eingebunden. Es arbeitet eng zusammen mit der Osteuropäischen Geschichte, Religionswissenschaft und Politikwissenschaft sowie der Theologischen Fakultät.

 
Bachelorstudienfach Islamwissenschaft

Das Studienfach Islamwissenschaft beschäftigt sich prinzipiell mit allen relevanten Aspekten islamischer Kulturen, wie Religion, Geschichte, Theologie, Geographie; auch wirtschaftliche, gesellschaftliche (z. B. Migration) und politische (gegenwärtige Konflikte) Fragen werden berücksichtigt. Da in den heutigen Debatten über den Islam sowohl Muslime als auch nicht-muslimische Beobachter immer wieder auf die Frühzeit des Islams als Grundlage des gegenwärtigen Religions- und Selbstverständnisses der Muslime verweisen, ist die Kenntnis der Frühgeschichte des Islams sowie zentraler Themen des klassischen Islam wie Koran und islamisches Recht wichtig. Da die Sprachen des Nahen Ostens nicht an schweizerischen Schulen (und auch an Schulen in den anderen europäischen Staaten) nicht unterrichtet werden, müssen Studierenden sehr viel Zeit, Energie und Einsatz für das Erlernen der Sprachen im Bachelor-Studium mitbringen.


Masterstudienfach Near & Middle Eastern Studies (ab Herbstsemester 2013)

Zum Herbstsemester 2013 wird das neue Masterstudienfach Near & Middle Eastern Studies eingeführt. Dieses Masterstudienfach, das den Schwerpunkt auf die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts legt und ein Areal "von Sarajevo bis Kairo" abdeckt, zeichnet sich durch die Einbeziehung Südosteuropas (in seiner islamischen und osmanischen Überprägung), der heutigen Republik Türkei und der östlichen arabischen Welt (einschliesslich Ägypten) aus. In Basel wird damit – gegenüber vergleichbaren Studienangeboten in der Schweiz und an deutschsprachigen Universitäten insgesamt – der profilierende Schwerpunkt „Near Eastern Studies“ (mit den Arealen Südosteuropa und Kleinasien) in den Vordergrund gestellt.


Islamwissenschaft in der Schweiz

Die Islamwissenschaft kann aufgrund ihrer enormen Breite an keinem Seminar in ihrem "vollen  Umfang" (vom 7. Jahrhundert bis zur Gegenwart, von Marokko bis Indonesien, von philologischen Editionsarbeiten bis hin zu Area Studies) gelehrt werden. Zentral ist aber an allen islamwissenschaftlichen Seminarien in der Schweiz die Ausbildung in den Sprachen Arabisch / Persisch / Türkisch, denn sehr gute sprachliche Kenntnisse sind von grösster Bedeutung für eine spätere wissenschaftliche Arbeit, aber auch für einen erfolgreichen Einstieg in die verschiedenen Berufsfelder, die Absolventinnen und Absolventen der Islamwissenschaft offen stehen.


Am Orientalischen Seminar in Zürich liegen die thematischen Schwerpunkte vor allem auf der Religion, Geschichte, Literatur und Geistesgeschichte. Das Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie der Universität Bern beleuchtet die islamische Welt aus einer geschichtlichen Perspektive heraus und befasst sich mit Aspekten heterogener islamischer Traditionen in einem globalen Kontext. In Genf wiederum wird auf die arabischen Literaturen, die arabische Zivilisation sowie die Religion und Geschichte der Muslime besonderes Gewicht gelegt.