Thomas Volk M.A.

Thomas Volk ist seit Februar 2012 Doktorand am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel.

Er studierte von 2006 bis 2009 Islamwissenschaft im Hauptfach und Geschichte im Nebenfach an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und verfasste seine Bachelorarbeit zum Thema „Kann die Türkei eine Vermittlerrolle zwischen der Europäischen Union und dem Nahen Osten einnehmen? Über die Außenpolitik der AKP-Regierung“. Von 2009 bis 2011 absolvierte er ein Masterstudium im Rahmen des interdisziplinären und internationalen „German-Turkish Masters Program in Social Sciences“ an der Middle East Technical University (METU) Ankara und der Humboldt-Universität zu Berlin. Er verfasste seine Masterarbeit zum Thema „The Politics of Turkish-Israeli Relations – Between Stagnation and Progress: Evolving ties among two regional Exceptions“. Thomas Volk war während seiner Studien für einen Abgeordneten im Europäischen Parlament in Straßburg und als Studentischer Mitarbeiter im Zentrum Moderner Orient in Berlin tätig. Von 2006 bis 2011 und erneut seit 2012 erhält Thomas Volk ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts

Im Rahmen seiner zugleich historisch und politikwissenschaftlich argumentierenden Dissertation nimmt Thomas Volk eine wissenschaftliche Analyse der türkischen Nahostkonzeptionen vor. Es gilt zu verstehen, wie sich die türkische Wahrnehmung des Nahen Ostens seit der Gründung der Türkischen Republik 1923 wandelte und besonders, welche Faktoren zu einer Veränderung der türkischen Nahostkonzeption – und infolgedessen der türkischen Nahostpolitik – führten. Seine Forschung konzentriert sich auf die türkische Perzeption des Nahen Ostens und involviert türkische Quellen. Es werden drei Thesen aufgestellt, die im Verlauf der Forschung zu vertiefen und zu diskutieren sein werden: Erstens, eine Veränderung der türkischen Nahostkonzeption seit Gründung der modernen Türkei bis zur Gegenwart besteht und lässt sich anhand einer Umwandlung türkischer Prioritäten von Kemalismus zu „Neo-Osmanismus“ erklären. Zweitens, der Veränderung der türkischen Nahostkonzeption liegt die Dynamik des nationalen Spannungsfelds zwischen der Gewichtung von Nationalismus (Kemalismus) einerseits und Islam („Neo-Osmanismus“) andererseits als dominante Bestimmungsfaktoren der türkischen Identitätsdebatte zugrunde. Drittens, die 1982 in Folge der letzten direkten militärischen Intervention eingeleitete Türkisch-Islamische Synthese (TIS) hat als wesentlicher Faktor zur Entspannung der nationalen Identitätsdebatte und einer damit einhergehenden Neudefinition der türkischen Stellung im Nahen Osten beigetragen. Während seiner Forschung wird Thomas Volk zeitweise erneut in der Türkei und im Nahen Osten leben. Seine Dissertation zum Thema Conceptions of the „Middle East“ in the Republic of Turkey wird von Professor Maurus Reinkowski und Professor Hüseyin Bağcı (METU Ankara) betreut.