Dipl.-Soz. Wiss. Sarah Khayati M.A.

Sarah Khayati studierte Islamwissenschaft (M.A. in 2011) und Politikwissenschaft (Dipl.-Soz.Wiss. in 2012) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit den Nebenfächern Soziologie und Religionswissenschaft. Ihre Magisterarbeit widmet sich dem Leben des libanesischen Literaturkritikers und kommunistischen Intellektuellen Ḥusain Murūwa (1910-1987), seinem Denken und Wirken. In ihrer Diplomarbeit, eine Verbindung aus Ideen- und Individualgeschichte, zeichnet sie anhand der persönlichen Erfahrungen, des Denkens und Handelns der Baath-Gründungsväter die Entwicklung ideologischer Transformationsprozesse hin zur Entstehung der Baath-Partei in Syrien nach.

Nach längeren Forschungs- und Arbeitsaufenthalten im Libanon (2009-2014), wo sie u.a. für die deutsche NGO Akut-Hilfe für Kinder und Jugendliche im Libanon e.V. tätig war, kehrte Sarah Khayati nach Europa zurück. 2015 begann sie mit ihrer Promotion bei Prof. Dr. Maurus Reinkowski am Seminar für Nahoststudien. Sie ist Mitglied der SUK-Doktoratskooperation Islamwissenschaft (MUBIT) und der Graduiertenschule Social Sciences (G3S) der Universität Basel, welche sie mit einem Startstipendium (2015-2016) förderte. Seit Oktober 2016 ist Sarah Khayati im Rahmen des SNF-Projekts „Islamistische Umtriebe“? The encounter of Middle Easterners with and their experience in Helvetia from the 1920s to the 1940s als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt (Laufzeit 2016-2019).

 

Promotionsprojekt:

Die Anwesenheit von Immigranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika in Europa geht bereits auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Auch wenn ihre Zahl erheblich geringer war und sie keine Schlüsselfiguren innerhalb der politischen Landschaft Europas darstellten, so haben sie doch offensichtliche Spuren im Europa der Zwischenkriegsjahre hinterlassen. Weiterhin lässt sich festhalten, dass die bisherige Forschung zu antikolonialen Gruppierungen, antiimperialistischen Aktivisten, nationalen Bewegungen und pan-religiösen Bestrebungen von Nicht-Europäern innerhalb Europas sich vor allem auf die Hauptstädte der Großmächte – Paris, London oder Berlin – konzentriert. Jedoch ist auch die Schweiz ein wichtiger und vor allem sicherer Knotenpunkt für politische Flüchtlinge und Aktivisten aus dem Mittleren Osten gewesen. Ausgehend von diesen beiden Beobachtungen untersucht das Dissertationsprojekt die Präsenz von Immigranten aus dem Nahen Osten – zumeist Studenten oder politische Flüchtlinge, die aus ihren Heimatländern entweder vor den Mandatsmächten oder vor ihren eigenen Regierungen flohen – innerhalb der Grenzen der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie ihren Erfahrungen und Begegnungen mit der Schweizer Gesellschaft und den Verwaltungsbehörden zwischen 1919 und 1948.