Visual Archive Southeastern Europe

Das Visuelle Archiv Südosteuropa sammelt historisches Bildmaterial aus Südosteuropa und stellt es der interessierten Öffentlichkeit als wissenschaftliche Edition online zur Verfügung. Initiiert wurde es von den SIBA-Kooperationspartnern an der Universität Graz, der Abteilung für Südosteuropäische Geschichte und Anthropologie und dem Zentrum für Informationsmodellierung /Austrian Centre for Digital Humanities. Die Zusammenarbeit des Basler SIBA-Projektes mit den beiden Partnerinstitutionen in Graz ermöglicht nun einen signifikanten Ausbau des Visuellen Archivs Südosteuropa. Am 3. Juni 2016 um 16 Uhr findet an der Uni Basel die Vernissage [PDF (1.5 MB)] der neu als Kooperationsprojekt ausgestalteten Webseite statt.

Die Nutzerinnen und Nutzer erwartet eine sorgsam edierte und kuratierte, mehrere Tausend Fotografien umfassende wissenschaftliche Datenbank. Sie enthält Fotografien, Postkarten, Plakate und Filmstills aus Albanien, Bosnien und Herzegovina, Bulgarien, Österreich, Rumänien, Serbien und der Türkei. Der aktuell grösste Bestand stammt aus dem Grazer Forschungsprojekt „Visualizing Family, Gender Relations, and the Body. The Balkans, approx. 1860–1950“, das zwischen 2010 und 2014 unter der Leitung von Karl Kaser von Barbara Derler, Ana Djordjević und Anelia Kasabova durchgeführt wurde. Der Fokus liegt auf früher bosnischer, bulgarischer und serbischer Studiofotografie sowie Postkarten. Mit der Neulancierung der Datenbank als Grazer und Basler Kooperationsprojekt kommt aufregendes, bisher kaum bekanntes Bildmaterial aus dem Basler SIBA-Projekt dazu, das in der Edition von Nataša Mišković, Joël László, Milanka Matić, Mehmed A. Akšamija, Cengiz Kahraman, Kristina Ilić und Yorick Tanner einen Einblick in die Pressefotografie in Jugoslawien und in der Türkei der Zwischenkriegszeit gibt. Ein besonderes Juwel sind die Werke des bosnischen Fotografen Alija M Akšamija, der Ende der 1930er Jahre zufällige Passantinnen und Passanten in und um Sarajevo ablichtete.
Die Datenbank wird laufend ausgebaut. Per Ende 2016 werden Bilder, Plakate und Filmstills aus Karl Kasers Beschäftigung mit dem Kino auf dem Balkan aufgeschaltet. In Zusammenarbeit mit dem Museum für die Geschichte Jugoslawiens ist ferner eine Auswahl von Bildern aus dem Archiv von Josip Broz Tito in Vorbereitung.

Die auf englisch gehaltene Edition umfasst nebst präzisen Bildbeschreibungen und Kommentaren ein Glossar, das Quervergleiche zwischen den Städten und Sprachen ermöglicht, ferner eine auf dem internationalen Standard Outline of Cultural Materials (OCM) beruhende Beschlagwortung, Biografien der Fotografen sowie die Möglichkeit zur Volltextsuche.