Lehrangebot von Prof. Dr. Nataša Mišković

HS 2016

Blockseminar "Genozid, Gewalt und unterdrückte Erinnerung: Probleme und Chancen der historischen Aufarbeitung durch Dokumentarfilme in Kroatien und der Türkei" (45394-01). 13./14. Oktober 2016, Alte Universität, Basel

gemeinsam mit Prof. Dr. Bilgin Ayata (Soziologie, Uni Basel), Nezahat Gündoǧan, Regisseurin (Istanbul) und Lordan Zafranović, Regisseur (Prag/Zagreb)

Anhand der historischen Dokumentarfilme der kurdisch-alevitischen Regisseurin Nezahat Gündoğan über die Erinnerungen an die vom türkischen Staat verübten, lange vertuschten Massaker von Dersim 1938 einerseits, sowie des kontroversen kroatisch-jugoslawischen Regisseurs Lordan Zafranović über die Verbrechen des kroatischen Ustaša-Regimes im Zweiten Weltkrieg anlässlich des Kriegsverbrecherprozesses gegen den verantwortlichen Innenminister Andrija Artuković 1986 andererseits diskutieren wir die politischen und gesellschaftlichen Folgen von staatlich ausgeübter Massengewalt auf der Täterseite und unterdrückter Erinnerung auf der Opferseite sowie deren Aufarbeitung mithilfe von historischen Dokumentarfilmen. Die Premiere von Zafranovićs „Zalazak stoljeća. Testament L.Z.“ fand 1993 unter Polizeischutz in Wien statt, nachdem der Regisseur Kroatien wegen Drohungen der 1990 an die Macht gekommenen HDZ-Regierung Franjo Tuđmans hatte verlassen müssen. Im Exil montierte er den Film zu einem persönlichen Testament über individuelle Erinnerung und Verantwortung vor dem Hintergrund des eskalierenden Jugoslawienkriegs. In den Filmen von Gündoğan stehen Frauen im Mittelpunkt der Narrativen, sowohl als gezielte Opfer staatlicher Gewalt wie auch als Vermittlerinnen von Erinnerung. Das Seminar wird daher die Verhandlung von Gender und Identität in diesen Filmen besonders berücksichtigen und sich mit unterschiedlichen Formen der zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Massengewalt, Leugnung und Versöhnung auseinandersetzen. Beide RegisseurInnen werden an der Blockveranstaltung teilnehmen und ihre Filme persönlich vorstellen.
Das Blockseminar richtet sich an Doktorierende und Masterstudierende. Bachelorstudierende (ohne KPs) und Hörer/innen sind bei genügend Platz willkommen. Der Anlass findet auf deutsch und englisch statt. Türkisch- und/oder Kenntnisse des Bosnisch-Kroatisch-Serbischen sind von Vorteil, jedoch keine Voraussetzung.

 

FS 2016

Seminar „Sarajevo“ (dienstags 16–18, Maiengasse 51, Seminarraum E005)

Sarajevo ist nach Istanbul und Belgrad die dritte Stadt in der Seminarserie über die vier ehemals osmanischen Städte, die im Rahmen des SIBA-Forschungsprojektes am Seminar für Nahoststudien untersucht werden. Die jüngste und kleinste dieser vier Städte, auf 500m ü.M. gelegen und von Bergen umgeben, kann nicht wie Istanbul oder auch Belgrad als Metropole bezeichnet werden. Dennoch ist sie weltberühmt, als Ort des Attentats, das den Ersten Weltkrieg auslöste, als Austragungsort der Olympischen Spiele 1984, und zuletzt als belagerte Stadt im Bosnien-Krieg von 1992–1995. Im Seminar beschäftigen wir uns mit den historischen Phasen der Stadtgeschichte in osmanischer, habsburgischer, jugoslawischer und postjugoslawischer Zeit und fragen nach deren Auswirkungen auf das Zusammenleben der religiösen Bevölkerungsgruppen der Muslime, der Orthodoxen und der Katholiken.

 

Proseminar „Einführung in die Geschichte Südosteuropas“ (mittwochs 10–12, Maiengasse 51, Seminarraum E005)

Einführung in die Geschichte Südosteuropas: Themen, Theorien, Methoden, Zugangsweisen, Ressourcen.
Mit Ausflug an die Schweizerische Osteuropa-Bibliothek in Bern.


Doktoratskolloquium zu Südosteuropa

Der Basler Arbeitskreis zu Südosteuropa veranstaltet jährlich ein Doktoratskolloquium, in welchem neu entstehende Promotionsarbeiten aus dem Gebiet der Südosteuropastudien in einem Kreis von Spezialist/innen aus der Schweiz und dem benachbarten deutschsprachigen Raum vorgestellt und diskutiert werden. Das nächste Kolloquium findet am Freitag, 8. April 2016 am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel statt. Interessierte melden sich bei Nataša Mišković (natasa.miskovic-at-unibas.ch). Das Programm finden Sie hier [PDF (60 KB)]. Weitere Infos unter osteuropa.unibas.ch/baso/.

 

HS 2015

Seminar „Belgrad“ (Di 16–18, Maiengasse 51, E005)

Nach Jahren der Isolation und des Zerfalls erfreut sich Belgrad heute des Rufs einer Partystadt, die besonders unter jungen Reisenden beliebt ist. Tatsächlich lässt die serbische Hauptstadt den Besucher/die Besucherin nicht kalt. An strategischer Lage am Zusammenfluss von Donau und Save gelegen, bllickt sie auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Das Seminar nimmt vor allem das 19. und 20. Jahrhundert in den Blick, als Belgrad von einer osmanischen Garnisonsstadt in die Residenzstadt des serbischen Königreichs umgebaut wurde, und dann als Hauptstadt Jugoslawiens und als sozialistische Metropole der blockfreien Welt glanzvolle Zeiten erlebte.
Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms aus Nahost durch die Balkanländer und der dadurch in der EU ausgelösten Krise widmeten wir die Sitzung vom 27. Oktober 2015 der sogenannten Flüchtlingskrise. Mit den Seminarteilnehmer/innen sowie weiteren Studierenden der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften diskutierten Prof. Dr. Florian Bieber vom Zentrum für Südosteuropastudien der Universität Graz sowie Prof. Dr. Bilgin Ayata vom Soziologischen Seminar der Universität Basel (Moderation Prof. Dr. Nataša Mišković).

 

FS 2015

Seminar „Istanbul“ (Mi 14–16)

Die Metropole am Bosporus vereint viele Superlative auf sich. Mit offiziell 14 Millionen Einwohner/innen ist sie aktuell die sechstgrösste Millionenstadt der Welt (city proper). Sie ist eines der ältesten urbanen Zentren des Mittelmeers, war Hauptstadt des Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Reichs und liegt in einzigartiger Lage verteilt auf zwei Kontinenten. Ausgehend von historisch-anthropologischen Herangehensweisen greift das Seminar verschiedene Themenkreise auf und diskutiert sie in ihrem grösseren historischen und politischen Kontext (z.B. Bevölkerung, Architektur, die politische Zentrumsfunktion, das Meer).

 

HS 2014

Vorlesung „Das Osmanische Reich auf dem Balkan“ (Mo 16–18)

 

FS 2014

Seminar „Istanbul – Belgrad – Sofia in digitalen Fotoarchiven“ (Di 10–12, gemeinsam mit Martina Baleva)